Posts filed under 'Wanderungen'

Vom Massiv des Cedres im Petit Luberon zum Turm Philippe

2006_0612MaurerViens0003.JPGMan erreicht das berühmte „Massiv des Cedres“ im Petit Luberon von Bonnieux aus über die Straße nach Lourmarin (D 36), von der man auf der Paßhöhe nach rechts abbiegt. Nach der geheimnisvollen Mauer, hinter der man Rapunzel vermutet, fährt man zur Höhe, vorbei an einem Café-Restaurant und einer Mautstelle während der Saison. Noch vor dem großen Parkplatz (mit zwei Schwellen) geht links ein Weg ab, mit einer Schranke gesichert. Dem folgt man, stets der blauen Markierung nach, gemächlich abwärts. An Ostern blühen hier die blauen und gelben Iris und die kleinen duftenden Osterglocken, im Mai dann die Zistrosen, Binsenlilien, Königskerzen, der blaue Lein, Salbei.

Dort, wo der Weg abrupt nach links abbiegt, gelangt man geradeaus zu einem schönen Platz mit Aussicht, von dem nur noch Jägerpfade in die Tiefe führen. Der Blick reicht bis zur Montagne Sainte Victoire und den Bergen bei Marseille! Abwärts erreicht man zuletzt einen Querweg. Von hier aus gelangt man, wieder der blauen Markierung folgend, nach links stetig sanft aufwärts über viele Köhlerplatten hinweg zur Höhe, zuletzt steil aufwärts, und der blauen Markierung nach links folgend (Ausblicke!) auf den Ausgangsweg zurück.

Schöner ist der Weg rechts abwärts, der bald auf den Wanderweg GR 97 (rot-weiß) von Süden trifft; es ist der alte Karrenweg von Lauris nach Bonnieux, dem man nach links aufwärts folgt. So erreicht man am Tour Philippe vorbei am Café-Restaurant die Straße.
Auf ihr gelangt man aufwärts wieder zum Parkplatz; so ist der Weg zwar länger, aber die Straße lohnt mit phantastischen Ausblicken: im Osten das Montagne de Lure und die Alpen, nordwärts Blick ins Tal und zum Mt. Ventoux, südlich die Montagne Sainte Victoire.

Vom Turm Philipps wird erzählt, der Besitzer des Grundstückes wollte unbedingt bis zum Meer schauen können; die romantische Variante aber geht so: Während des Baus verliebte sich der Maurer in die schöne Hausherrin, und um ihr möglichst lange nahe sein zu können, baute er den Turm höher und höher.

Kommentieren May 16th, 2006

Spaziergang um Maussane-les-Alpilles

Die Gegend um Les Baux ist berühmt für seine Olivenöle und Weine, so auch Maussane und Paradou. Wir beginnen den großen Spaziergang beim Friedhof und folgen aufwärts, später nach links der gelben Markierung. Durch eine reiche Gartenlandschaft mit alten und neuen Häusern, nach links kommt man zur bekannten Ölmühle, gelangen wir westwärts aus dem Ort hinaus. Hier breiten sich unter den Kalkfelsen die Olivengärten aus, die südwärts von saftigen, baumumstandenen Wiesen begrenzt werden. Dort erreichen wir das Château d’Escanin, einen zauberhaften Platz mit Herrenhaus und Bauernhaus, Stallungen und Schäferei, Scheune, Öl- und Getreidemühlen, Kapelle, „Rapunzel“-Turm, alles umstanden und beschattet von riesigen Platanen. Dafür konnten sich einst schon Frédéric Mistral und seine Gefährten der „Félibrige“ begeistern, und wir können uns heute phantasievoll ausmalen, was hier Schönes und Nützliches Heimstatt haben könnte.

Bald darauf gibt es zwei Möglichkeiten, den Spaziergang zu einer größeren Wanderung auszudehnen: westwärts weiter, dann nach Norden in Richtung Les Baux und nach Osten wieder zurück, oder westwärts weiter, dann aber nach Südwesten und jenseits des Hügels ostwärts zurück. Unser Spaziergang führt aber direkt nach Paradou, ebenfalls gelb markiert. Wir überqueren die Hauptstraße und folgen der Platanenallee, vorbei am Bildstock des Hl. Rochus und vorbei an einigen schönen alten Häusern. Zuletzt kehren wir über das Sträßchen D 78c mit gelegentlichen Blicken nach Les Baux nach Maussane zurück und gelangen nach rechts, vorbei am Rathaus, dem alten Waschhaus, dem zentralen Platz wieder zur Gasse, die links aufwärts zum Friedhof führt.

Kommentieren April 18th, 2006

„Carmentran“ in Murs

2006_0404MursArdeche0006.JPGZum 25. Male feiert das kleine Dorf Murs oberhalb von Gordes mit etwas mehr als 400 Einwohnern seinen Karneval, der weit im Umkreis bekannt ist. Am Nachmittag versammeln sich viele Dörfler, darunter eine muntere Kinderschar, bunt verkleidet zu einem Umzug, der einem geschmückten Pferde- oder Eselkarren folgt. Darauf ist der „Carmentran“ festgebunden, eine menschengroße Puppe, die stellvertretend für alle Bosheit und Schuld im Dorf steht. Über ihn wird später vor dem Rathaus Gericht gehalten, eine gute Gelegenheit, dem einen oder anderen indirekt die Meinung zu sagen oder Schandtaten anzuprangern.

2006_0404MursArdeche0023.JPGDer Name „Carmentran“ ist natürlich von „carême“ gleich Fastenzeit abgeleitet. Wenn dann in der Nacht oben auf dem Kirchplatz vor dem Schloß der „Carmentran“ verbrannt wird und alle tanzen, ist es wie ein altes „Winteraustreiben“, in den Alpenländern noch heute gebräuchlich.

2006_0404MursArdeche0027.JPGDie Narrentruppe wird von einer Gruppe weiß gekleideter „Mehlstäuber“ angeführt, die vor allem jene mit Mehl voll blasen, die nicht verkleidet kommen. Ihnen folgt eine Schar von wild aussehenden Musikanten mit Trommeln, Pfeifen, Flöten und anderen Blasinstrumenten. In der Regel gehört zum „Carmentran“ auch ein Brautpaar, ein Mann als Braut, eine Frau als Bräutigam verkleidet, dazu der Pfarrer und der Advokat, die die Ehe beschließen werden.

2006_0404MursArdeche0032.JPGImmer wieder hält der Zug zum Tanzen und Singen an, und man hat Gelegenheit für närrische Begegnungen aller Art. Nach der Gerichtsverhandlung trifft man sich zu einem gemeinsamen Essen, andere gehen nach Hause, um mit Einbruch der Dunkelheit wieder zu kommen, und mit Fackeln hinauf zum Tanzplatz zu gehen.

2006_0404MursArdeche0022.JPGUnd im Tanz um das Feuer wird der Frühling begrüßt, der übrigens dieses Jahr über einen Monat später kam, so daß jetzt die Mandeln, sonst die ersten Blüten, zusammen mit Aprikosen, Pfirsichen und den Kirschen blühen. Murs, durch die Berge des Plateau de Vaucluse geschützt, ist übrigens bekannt für seine Kirschen, deren Weiß in der Frühlingssonne hell leuchtet. Das wohlerhaltene Dorf, im Anblick von Süden, dem schönsten, durch keinerlei Neubauten beeinträchtigt und vom Schloß überragt, ist von weiten Feldfluren, Kirsch- und Aprikosenfeldern, Weingärten und Wiesen, jetzt voller Narzissen, umgeben.

2006_0404MursArdeche0002.JPGNeben alten Höfen, eindrucksvoll jener hinter dem Schloß („privé“), gibt es abseits viele Ferienhäuser, zwei Feriensiedlungen und einen Campingplatz. Von der südlichen Höhe geht der Blick bis zu den Alpen und über den Luberon hinweg zur Montagne Sainte Victoire bei Aix. Sehenswert sind die Ruinen der alten Wassermühlen in der Veroncle-Schlucht, wo das Wasser nach einem Erdbeben vor etwa hundert Jahren größtenteils versiegte. Mögen wir dort von allen weiteren touristischen „Erschließungen“ bewahrt bleiben! Auf den Feldern oberhalb der Schlucht kann man mit Glück und gutem Auge noch immer Pfeilspitzen u. a. aus der Steinzeit finden, gab es hier doch offensichtlich eine reiche „Produktion“!

2005_1210stare0014.JPGBekannt sind auch die alten Eichen rund um Murs, gleich drei mächtige Exemplare in einer Linie westlich des Dorfes. Wer sich ein “Bild” dieses schönen Örtchens machen will, soll zu dem Fotobuch greifen, das die Einwohner unter Anleitung des berühmten Fotografen Hans Silvester gestaltet haben. Hier sind das Dorf und seine Umgebung, die Bewohner und ihre Arbeit ungekünstelt dargestellt.
Geburtshaus CrillonsDiese Seite widme ich Hermann, dem erfolgreichen Boule-Spieler, der uns am „Carmentran“ (und auch sonst) gastfreundlich bewirtet, Götz, der unserem kleinen Kammermusikkreis Heimstatt bietet und unserem Maurer Thierry. Der berühmteste Mann aus Murs bleibt aber Crillon le Brave, der tapfere Waffengefährte Heinrich IV., der hier in dem schönen alten Haus neben der romanischen Kirche 1543 geboren wurde.

N. D. de Salut

Kommentieren April 7th, 2006

Wanderung über die Crête de St.-Amand

Mont VentouxDas kleine Dorf Suzette in der Landschaft der „Dentelles de Montmirail“ erreicht man von Beaumes de Venise über Lafare oder von Le Barroux aus, von Osten von Malaucène her. Die etwa dreistündige Wanderung, in gemächlichem Tempo gegangen, führt zu überwältigenden Aussichten, bietet allerdings beim Anstieg wie beim Abstieg beschwerliche Partien!

Blick nach NordenMan verläßt das Dorf nach Norden und biegt entsprechend der gelben Markierung nach links ab und geht trotz des gelben Kreuzes auf der Teerstraße weiter bergauf, vorbei an St. Martin. Später sieht man links ein auffällig rosa getünchtes Haus und geht danach geradeaus einen hübschen Waldweg, der ungefähr der Höhenlinie folgt. Es gibt hier gelbe und rote Markierungen! Beim vermeintlichen Wegende führt ein Pfad geradeaus weiter, den man erst nach der Ruine linkerhand scharf links wieder verläßt. Der alte Weg, teilweise befestigt, führt stetig bergauf und erreicht nach dem Wegweiser einen breiteren Waldweg. Hier kann man bequem wieder abwärts nach Suzette zurückkehren.

Dentelles de MontmirailAufwärts kommt man auf verschiedenen Pfaden (gelb, blau, rot) schließlich zum letzten „Kletter“-Anstieg zur Crête de St. Amand, die außer an der Ostseite von Felsabstürzen gesäumt ist. Je höher man steigt, um so gewaltiger sind die Ausblicke: Alpen, Mont Ventoux, Rhone-Ebene (darin markant das Schloß in Grignan), zu Füßen all die Weingüter, nach Westen und Süden die „Dentelles de Montmirail“, die Ebene von Carpentras, das Plateau de Vaucluse, der Luberon, les Alpilles! Vorbei an den alten und neuen Sendemasten glaubt man sich auf bequemerem Weg, aber beim Kreuz geht es nach rechts steil bergab: wohl dem, der junge Beine und gesunde Knie hat! Zuletzt führt der Pfad unterhalb eines geheimnisvollen Mauerbaus vorbei, im Sommer nicht zu sehen, zu dem einige Wegewindungen empor führen, „privé!“.

SuzetteDann erreicht man, vorbei an Weinfeldern, weiter abwärts die ersten Häuser oberhalb des Dorfes und geht (besser den längeren Fahrweg als die markierte Steinpartie) zurück nach Suzette.

Kommentieren April 4th, 2006

Jagdszenen im Luberon


Ein stolzer JägerWir Deutsche verstehen das Jagdfieber der Franzosen oder der Italiener wohl kaum (und auch dort versteht es nicht jeder), aber in der Provence muß man damit leben – auch mit ungewollten Opfern unter den Jägern (selber schuld!) oder gar unschuldigen Zivilopfern wie Wanderern, Radfahrern, Pilzsammlern (Tragik). Zur Jagdzeit gehen wir deshalb gerne bunt gekleidet und laut singend durch die Wälder, und Dackel Joki, von den Jägern stets lebhaft begrüßt, trägt eine rotes Band und ein Glöckchen. Nach und nach lernten wir die Plakate lesen und verstehen, z. B. „Treibjagd“ oder „Pilze sammeln verboten“. So begegneten wir einmal längs eines Waldwanderweges in den Bergen des Vaucluse alle hundert Meter einem Jäger mit Flinte, der auf die Wildschweine wartete, die mit viel Lärm aus der Schlucht emporgejagt wurden. Man sieht das ganze Jahr über diese aufgetürmten Steinhäufchen, die als Wartesitz dienen, das summiert sich! Auf jener Wanderung waren wir wohl früh genug auf dem Weg, also vor den „sangliers“, und wir erreichten unbeschadet weit tiefer den Wendepunkt unserer Tour, einen alten, halb zerfallenen Hof. Da loderte bereits das Feuer, und die ersten Jäger brieten, unterstützt von „Pastis“, „Eau de vie“ und „Rouge“, das Fleisch aus dem Supermarkt. Der ermüdende Schlußteil des Weges führte dann mit vielen Kehren über eine Stunde aufwärts zu unserem Parkplatz. Es begegneten uns da, ungelogen!, zwei Dutzend Jägerautos vom R4 bis zum Landrover, alle voll mit Jägern und vielen Hunden, gelegentlich auch mit Frauen, und sie strebten alle jenem flackernden Feuer zu, wo die erfolgreiche Jagd gefeiert werden sollte. Und vielleicht erklären sich die Jagdunfälle und mancher Jägerautounfall mit den genannten Flüssigkeiten.

Von den Wildschweinen wäre noch eine heiße Geschichte zu erzählen, die wir zum Glück ungefährdet überlebten. Im den Landkarten des Luberon gab es zu unserem großen Erstaunen eine schöne Gegend zwischen Buoux und Lourmarin ohne Wanderwege, und wir beschlossen eines Tages, sie zu erkunden. Wir drangen von der Höhe her auf einem schmalen Pfad dorthin vor und erreichten nach Wald und Gesträuch ein großes Feld, an dessen fernen Ende wir Wildscheine gewahrten, einige größere Tiere und wenige jüngere. Beruhigt ob der Entfernung gingen wir weiter durch ein kleines Eichenwäldchen hindurch, jetzt auf breiterem Weg, als sich weitere Felder auftaten und links von uns, entlang eines Ackerrains, viele Frischlinge hintereinander galoppierten und vor uns den Weg querten. Uns stockte der Atem, als wir dort, zwischen zwei Reihen von Eichen, eine ganze Rotte von Wildschweinen in geringer Entfernung sahen, Dutzende von Tieren, groß und klein, die alle aufmerksam zu uns herschauten. Wir wußten, ein einziger Angstlaut der Frischlinge, und wir waren gefährdet: wo war die kleine Eiche, die man erklettern könnte? Wir faßten uns voll Angst an den Händen und gingen leise weiter und waren auch bald der Gefahr entronnen, als nahe einer alten Bergerie plötzlich einige Pferde auftauchten, die uns nicht weniger Angst machten. Zum Glück ließen sie uns ungeschoren passieren und wir konnten zuletzt ungestört am Rande eines Steinbruchs rasten. Dort war es still und schön, denn die Arbeit ruhte während des Sommerurlaubs. Jetzt sahen wir auch die ersten Warnschilder wie „Betreten verboten“ und „Privé“ und „Pflanzungen“ und „Tierzucht“. Später, abwärts zur Combe de Lourmarin, gab es weitere Schilder mit „Betreten verboten!“ und zuletzt, unten am rostigen Eisentor, auch ein Schild, das selbst den Fußgängern den Zutritt verbot. Wir kehrten, dem Bachlauf des L’Aiguebrun folgend über die schöne „Muschelbrücke“ zum Fort Buoux zurück – und atmeten auf. Wanderer, kommst du nach Frankreich, so bedenke, daß viele Wege und Zutritte, die einstens frei waren, heute verboten sind! Warum eigentlich? Nach dem Jagdrecht und dem Weißbrot gäbe es heute das Wegrecht neu zu erkämpfen, spätestens 2089! Zum Glück legen immer mehr Gemeinden die alten Kommunalwege frei, auf denen sich so schön wandern läßt und die neuerdings oft sehr genau mit Wegweisern und gelben Strichen markiert sind. Jäger scheren sich übrigens kaum um Weg- und Fahrverbote …

Bevor man heutzutage im Süden jagen kann, muß man ja zuerst das Wild aussetzen, denn sonst gäbe es kaum Abschüsse. Bei den Wildschweinen sieht das so aus, daß man nur noch halbwilde, fast zutrauliche Tier findet, die die Menschen längst gewöhnt sind – siehe oben! Und sie sind so klug wie ihre Artgenossen in Berlin, die von den Wäldern aus die Gärten, Parkanlagen und Friedhöfe heimsuchen. Nach einem einzigen Schuß, hoffentlich ein Treffer, ist dann für diesen Tag kein Schwein mehr zu finden.

Dachshund in RuheJoki hat neulich eines aufgestöbert und laut verbellt. Dann kam er mit blutender Zunge zurück – nein nur blutig vom Lecken der Wunde, die das Wildschwein in die Flanke gerissen hatte. „Zum Glück für ihn war es ein kleines Tier!“, meinte danach der Tierarzt und erzählte, daß es zunehmend Verletzungen durch Wildschweine bei den Hunden gäbe, oft Haus- und Hofhunde, die den Eindringling aus dem Garten vertreiben wollten. Früher waren es so gut wie immer Jagdhunde, deren Wunden er zu versorgen hatte.

Mit den Rebhühnern erlebten wir das ausgesetzte Wild auf recht drollige Weise: Eines Spätsommermorgens, noch recht in der ersten Frühe, spazierte ein großer Trupp derselben vor dem Haus einher, alle folgten artig hintereinander einem Leithuhn, und als das meinte, über unseren Brunnen steigen zu müssen, folgte das Doppeldutzend brav hinauf und hinab hinterher. Ein halbe Stunde später tauchte die Gruppe hinter dem Haus im Weinfeld auf – und der kleine Enkel begrüßte entzückt die Schar, die sehr zutraulich hinter der Küchentür verweilte, dann, aufgeschreckt, nicht etwa in schnarrendem Flug entwich, sondern gemächlich von dannen stolzierte. Das hatte ich aus meiner schwäbischen Kindheit ganz anders in Erinnerung, als in der Mittagsglut, ich war zum „Träuble-Zopfen“ (Johannisbeeren ernten) abkommandiert, plötzlich schreckenslaut ein Zug Rebhühner abschnurrte.

Eine traurige Geschichte bieten zumeist die armen, eingesperrten Jagdhunde, die nur selten aus ihrem Zwinger herausgeholt werden; aber auch das ist den Provenzalen kaum verständlich zu machen. In unserer weiteren Nachbarschaft hören wir fast täglich solche armen Geschöpfe bellen und heulen. Wie gut haben es da unser Joki und auch der Golden Retriever unserer nächsten Nachbarn, der kostbare Trüffelhund bleibt allerdings an der Leine, nachdem der Vorgänger vom Postboten überfahren wurde. Einmal begegnete uns in der einsamen Wildnis ein Jäger auf dem Motorrad, der seinen Hund suchte. Wir konnten ihm nur sagen, daß seit Stunden tief unten in der Schlucht immer wieder ein Hund Laut gibt. Ein Geständnis legte der Jäger oberhalb von Murs ab, denn als ihm Karin erzählte, daß Joki stets zurückkäme, schüttelte er traurig den Kopf – und senkte ihn, als Karin fragte, ob er über das Jahr eingeschlossen sei. Als französischer Jagdhund wären auch wir längst ausgerissen! Dazu paßt auch das jüngste Erlebnis von Karin und Christel K.: Oberhalb von Bonnieux fanden sie einen nette Jagdhündin, die Jokis lebhaftestes Interesse weckte. Bei einer mürrischen Bäuerin gelang ein Anruf, denn der Hund trug natürlich Halsband und Glocke. In Bonnieux trafen sie sich vor dem Hotel „César“ mit dem Jäger, dessen Karre mit Vierradantrieb mit weiteren Hunden voll war. Aber die Hündin wollte dahin nicht zurück, der Jäger mußte Gewalt anwenden. Übrigens kein großer Dank, nicht einmal 5 Euro für zwei Tassen Café … Nach längerem Nachsinnen erklärte sich uns auch folgender Fund in der Montagne de Lure, dort sahen wir übrigens einmal eine Hirschkuh gegen die Crête springen! Wir entdeckten am Wegrand ein seltsames Stilleben: Auf einem Quadratmeter gräs(!)lich grünem Kunststoffteppich lag eine alte Jacke und daneben stand ein roter Plastiknapf mit Wasser und lag ein Häufchen Hundefutter. Klar, dort hoffte der Jäger seinen verlorenen Hund bequem auch noch nach der Jagd zu finden, wenn er die Strecke mit dem Wagen abfuhr. Wir freuen uns immer aufs neue, wenn wir noch einen Hasen ums Haus sehen, gar einen Fasan oder im Scheinwerferlicht des Wagens Fuchs oder Dachs.

LockvogelFügen wir noch ein trauriges Kapitel an: Was sagen uns die Begriffe „Lockvogel“ und „auf den Leim gehen“? In Deutschland ist jene Zeit, da Herr Heinrich der Vogler am „Vogelherd“ saß, zum Glück vorbei, aber hier, rund ums Mittelmeer, werden die Singvögel trotz aller Verbote noch immer gefangen – und verspeist! Erst neulich erzählte unsere Freundin Iris, wie sie beim weiten Gang mit den großen Hunden abseits im Ödland mit Gestrüpp und Bäumchen Käfige mit Lockvögeln fand und nicht weit davon ein Auto. Später begegnete sie einem alten Bauern mit Flinte, der sich dorthin zur Vogeljagd schlich. Wir fanden anfangs unserer Zeit in der Provence, jetzt Jahrzehnte zurück, gelegentlich auch Leimruten (und fürchten heute noch wegen unseres lieben Dackels „Joki“ die Fuchseisen!) Einmal bot uns Emilienne, die älteste Freundin hier, und vor Jahren verstorben, einige „grives“, also Drosseln, an, die sie geschenkt bekommen hatte, aber wir vermochten sie so wenig zu essen wie sie. Und Christel erzählte aus alten Tagen von den „pains à canapée“, mit Singvögeln geröstet, die angeblich köstlich munden. Erst dieser Tage fand ich unweit des Hauses unter den Weiden am Bachlauf einen neu aufgestellten Jagdstand, umgeben von einigen Lockvögeln in ihren Käfigen, und etwas entfernt stand ein kleiner Lieferwagen. Neugierig trat ich näher und wurde durch den Sehschlitz des dunkelgrün gestrichenen Kastens von einem bärtigen Jäger begrüßt. Als ich ihn wegen der Vogeljagd schalt, meinte er, bis Ende Februar sei die Jagd auf „grives“, Drosseln also, erlaubt. Die Lockvögel sollen die Zugvögel anlocken! Unser Bauer bestätigte, daß die Jagd auf „Vögel“ verboten sei, nicht aber jene auf Drosseln, Hühnervögel, Enten, Gänse usw. In der Jägersprache sind „Vögel“ wohl nur das kleinere Federvieh! Neben Haushühnern aller Art halten die Bauern auch Wachteln, die sie auf den Märkten ebenso verkaufen wie die Wachteleier. Überall im Land sieht man noch die alten Taubentürme oder zumindest Taubenschläge unterm Dach. Die Anzahl der Tauben entsprach einst dem bäuerlichen Ackerbesitz, und man aß die feinen Täubchen gerne (heute verhältnismäßig teuer), und verstreute ihren Kot als wertvollen Mist. Ortolane, schöne Ammern und herrliche Sänger, gelten als die größte Delikatesse, obwohl sie früher eher das Zubrot armer Leute waren. Noch heute werden sie trotz des Verbots z.B. in den „Landes“ im Südwesten Frankreichs (mit Ausnahmegenehmigung !?) gefangen – und der todkranke Premier Mitterand verspeiste sie als letztes Mahl vor seinem Tode in Gesellschaft weniger Freunde. Auch dies ist ein dunkles Kapitel französischer „Rechtspflege“ innerhalb der Europäischen Union.

Kommentieren February 25th, 2006

Wanderung bei La Roque-Alric

La Roque-AlricDas Bergnest La Roque-Alric liegt zu Füßen einer Felswand, die wie ein Solitär die Kette der „Dentelles de Montmirail“ gegen den Mt. Ventoux hin fortsetzt. An den Felsen angelehnt ist die kleine romanische Kirche, an die sich eine Häusergruppe anschließt. Von hier hat man einen überwältigenden Blick auf die Felskulisse im Westen. Man erreicht das Dorf über Beaumes-de-Venise und Lafare oder von Le Barroux aus.Blick zum Mt. VentouxWir parken im Dorf, das von einem wild kläffenden, kleinen schwarzen Hund gut bewacht wird, besuchen die Kirche und gehen dann hoch zum Friedhof. Dort senkt sich nach links der Wanderweg nach Le Barroux, dem wir folgen bis die Landstraße in Sicht kommt, und in Sicht kommt auch der Gipfel des Mt. Ventoux. Wir verlassen den markierten Weg und gehen die Straße kurz aufwärts, um dann scharf nach links einzubiegen (gelbe Markierung). Etwas später erreichen wir die „Randonnée de pays“, die durch den Wald abwärts führt. Der Blick schweift bald über die Ebene von Carpentras, und der rot-gelb markierte Weg zieht sich am Hang die Weinberge entlang. Nach „La Couronne“ geht die Straße rechts kurz steil aufwärts und später weiter durch die Weinberge. Hier zweigt zuerst der Weg nach Beaumes-de-Venise, später der nach Lafare ab. Wieder öffnet sich der Blick auf die „Dentelles de Montmirail“, und wir erreichen auf bequemem Weg nach knapp drei Stunden wieder unser Dorf. Schön ist der Weg im Winter, falls der Mistral nicht gar zu heftig weht, schöner in der Mandelblüte, heiß im Sommer, köstlich, wenn die Trauben reifen.

Le BarrouxWir beschließen die Tour in Le Barroux, das sich jetzt in den Februartagen in der Stille zeigt: Aufstieg zum großen Schloß, das das Land beherrscht. Die Burg aus dem 12. Jh. wurde später zu einem prächtigen Renaissanceschloß ausgebaut. Wir blicken in den Innenhof und schauen in die Weite. Kleiner Bummel durch die Gassen, unten in der Ebene dann die Weinfelder, Mandeln und silbrig glänzende Ölbäume.

2006_0204Tourettes0039.JPG

1 Kommentar February 18th, 2006

Wanderung bei Les Tourettes oder rund um die Chapelle de Clermont bei Apt

Vieilles TourettesAuf der Straße von Apt nach Lourmarin (D 934) biegt man nach wenigen Kilometern, wenn der Wald zur Rechten endet, nach links ab und fährt bergauf bis zur Weggabelung, wo der Wegweiser für die Radfahrer nach rechts zeigt; hier läßt sich gut parken. In der alten Richtung weiter bergauf und vor dem Wald nach links abbiegend erblickt man schon bald den Hof aus dem 17. Jh., „Les Vieilles Tourettes“, mit seinem Taubenturm und dem großen Innenhof. Dort kann man übrigens hübsch wohnen und immer wieder gute Konzerte hören. Von hier führt die GR 9 von Apt kommend aufwärts Richtung Buoux. Nach kurzem Anstieg quert man den Weg zum „Vieux château des Tourettes“, einem großartigen Platz mit weitem Blick. Der sehr kurze Abstecher lohnt sich, Chateau de Vieux Tourettes denn man findet hier auf einer Hochfläche einen Brunnen mit großem runden Becken und dahinter ein schönes, gelb getünchtes Wohnhaus, angebaut an ein altes Kirchlein aus dem 12. Jh., Saint-Pierre-des-Tourettes, das zur Zeit restauriert wird. Die Abtei wurde im 11. Jh. im Apter Kirchenbuch mehrfach erwähnt, verlor später aber an Bedeutung, und die Kirche diente Wohnzwecken. Ein Fundstück von hier, nämlich ein Teil eines Marmorbeckens, wird im Musée Calvet in Avignon aufbewahrt. Es trägt die griechische Inschrift „Bete, nachdem du dich gewaschen hast.“ Aus den rituellen Reinigungen der Urchristen hat sich wohl das Weihwasser entwickelt.

Chapelle de ClermontDer gut markierte Weg, ein alter „Kirchweg“, teilweise noch befestigt und von Mäuerchen gesäumt, führt stetig bergauf und quert auf der Höhe ein Sträßchen. Hier geht man nach rechts, auch bei der Weggabelung und erreicht die Kuppe von Clermont mit Ausblicken nach fast allen Seiten. Leider kann man die restaurierte Kapelle nicht besichtigen, denn die ganze Bergkuppe ist in Privatbesitz. Man sieht auch nur einen Teil des Bogens über dem Südeingang, der ähnlich gestaltet ist wie unten in Saint-Pierre und daneben die alte Sonnenuhr. Auf der höchsten Erhebung finden sich noch letzte Steinreste einer alten Burg. 1041 wurde das „territorium Clarimontis“ erstmals erwähnt.

Romanisches TorEinige Schritte südwärts ist ein weiteres Gebäude erhalten, und der Besitzer erlaubte mir freundlicherweise seine Terrasse zu betreten, um das eindrucksvolle romanische Rundbogenportal zu betrachten. Von diesem Hof aus kehrt man zum Wanderweg zurück und folgt ihm eben bis zur Abzweigung „Les Picatiers“ und steigt nach rechts ab.

2006_0204Tourettes0027.JPGDieser schöne Weg wurde von F. Morenas wiederhergestellt und führt zu den Kirschäckern von Les Tourettes. Auf dem Sträßchen kommt man zurück zum Parkplatz. Die Gehzeit beträgt etwa 2 Stunden.

2 Kommentare February 17th, 2006

Die große Wand von Lioux

Die Felswand von LiouxWir sprechen immer von der Mauer oder der Wand oder der „falaise“ von Lioux, einem der eindrucksvollsten Felsabstürze der Provence, aber in der Landkarte steht fromm geschrieben: „Falaise de la Madeleine“. Am Fuß der senkrechten Wand, 700 m lang und bis zu 100 m hoch, liegt im Schatten das alte Dorf Lioux, gegenüber die Ortsteile La Combe und Le Château und dahinter das Hameau Parrotier.

Steinmann oder cairnDer kürzeste der aussichtsreichen Wege führt von der alten Windmühle oberhalb des Friedhofes hinauf zur Kante und dort immer weiter nach Nordosten (gelb und grün markiert) – und wieder zurück. Näher an den Felsrand sollten nur Schwindelfreie treten, und Vorsicht ist auch bei dem Loch geboten, durch das man in die Tiefe sehen kann. Der Blick ins Tal und auf die Höhen des Vaucluse und westwärts nach Gordes und zu den Alpilles ist stets atemberaubend. Und nach Süden weitet sich der Blick zum Luberon und darüber hinaus. Das Klettern ist hier schon lange verboten, gelegentlich kann man Adler beobachten, und früher gab es hier auch Schmutzgeier.
Blick auf Lioux Le Chateau Für eine größere Runde, knapp zwei Stunden, parkt man im Dorf, beim Friedhof oder bei der alten Mühle und geht solange oberhalb der Mauer sanft aufwärts, bis man bequem nach links über La Verrerie wieder hinuntergehen kann. Am Fuß des Felsens kehrt man zum Dorf zurück. Natürlich kann man den Weg auch in der Gegenrichtung machen.
Blick auf Lioux, Le Chateau Eine längere Tour führt (gelb markiert) vom Parkplatz bei der alten Mühle den mittleren Weg sanft abwärts und später am Hang entlang bis zur Einsiedelei Chapelle Ste. Madeleine (sic!) oberhalb von Croagnes. Aufwärts gelangt man man später halblinks Richtung La Verrerie (über den Höhenpunkt 540) und geradeaus Richtung Font Jouvale (grün markiert). Diesen alten Weg verläßt man am (abgebrochenen) Wegkreuz, wo er wieder abwärts führt. Von hier aus kann man nach Westen zuerst am sanfteren Trauf entlang, später nach Südwesten am Steilabhang weiter wandern. Diese Tour braucht vier Stunden, die kürzere Variante drei Stunden.

Kommentieren January 4th, 2006

Rundwege an der Nordflanke des Großen Luberon bei Auribeau

Blick zum Mt. VentouxAusgangspunkt für die beiden knapp zweistündigen Touren ist der große (Park-)Platz an der Straße von Saignon (oberhalb von Apt), 2,5 km in Richtung Auribeau. Vom Parkplatz aus folgt man dem geteerten Sträßchen abwärts Richtung „Le Moulin“. Die gelbe Markierung weist südwärts bergauf, am Ende des asphaltierten Sträßchens geht man auf dem alten Weg geradeaus weiter bis zu einem Sattel. Hier teilen sich die beiden Touren nach rechts und links! Eine Verbindung beider Wege zu einer größeren Wanderung wird am Schluß beschrieben.Tour I (Richtung Westen und abwärts nach „Regain“)

Im großen LuberonAn besagtem Sattel mit schönem Blick nach links und rechts und hinauf zu den Höhen geht man geradeaus weiter leicht abwärts und wendet sich beim Anstieg des Wanderwegs hinauf zur „Crête“ (gelbe Markierung) nach rechts und folgt dem steinigen Weg stetig aufwärts (blaue Markierung). Der alte Karrenweg führt später der Höhenlinie entlang nach Westen. Hier oben flog mit lautem Krächzen ein Kolkrabenpaar über mich hinweg! Der Wald und viele Steinhaufen und Mauern sind dunkel bemoost, und winters hat man nach rechts reizvolle Ausblicke, auch auf Ruinen. Später mündet der Weg in einen weiteren Weg vom Tal auf die Höhe; hier verläuft die GR 92 (rot-weiß markiert).

Alter WegMan folgt dem schönen Weg eine Weile abwärts, bis die Markierung plötzlich nach rechts weist, und kommt durch einen gepflegten Eichenwald mit freigelegten Mauern und Wegen hinunter nach „Fenouillet“ mit seinen Hunden und Pferden. Achtung: der Wanderweg führt davor zwischen zwei Koppeln nach rechts weiter. Man steigt hinunter in den Schatten des Vallon de Petatelle und wieder hinauf zur Höhe, vorbei an weiteren „Propriétés Privées“ mit Pferden und gelangt zuletzt hinunter in die Combe de Bade-Lane.

Aufwärts erreicht man schließlich “Regain”, Auberge de Jeunesse und Cinéma, über Jahrzehnte betrieben von F. Morenas. Der Wanderweg führt seitwärts vollends zur Höhe mit den Lavendelfeldern; am Wegweiser „Le Colombier“ folgt man der gelben Markierung nach rechts und kehrt auf einem alten Karrenweg mit eindrucksvollen Spuren zurück zum Parkplatz.

Tour II (Richtung Osten zur Kapelle St. Pierre oberhalb von Auribeau)

St. Pierre bei AuribeauAn besagtem Sattel geht man den ersten Weg nach links, vorbei an einer Borie, immer dem Hang entlang. Hier haben die Holzfäller gründliche Arbeit geleistet! Im Wald, wieder voll Moos und Flechten, erreicht man eine Ruine mit Borie und dann mit kurzem Anstieg die Schotterpiste (hier auch endlich eine blaue Markierung!), die von Auribeau hinauf zum Mourre Nègre führt. Gegenüber beginnt der kurze Weg auf den Hügel mit der Kapelle St. Pierre; den Wanderweg hinunter nach Auribeau findet man hinter dem Hügel bei einem hochgelegenen Lavendelfeld.

St. PierreDie Kapelle aus dem 12. Jahrhundert wurde liebevoll restauriert, ebenso der „Burgbau“, doch sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Von hier schweift der Blick zum Mt. Ventoux und zum Sommet de Lure und rechterhand weiter zu den Ketten und Gipfeln der Alpen; davor liegen Auribeau, St. Martin de Castillon, Viens. Ein wunderbarer Platz!

Blick über St. Martin de Castillon zu den AlpenÜber die Schotterpiste abwärts, hier fuhren verbotenerweise mehrere Wagen, z. T. mit Hunden - Jäger? Trüffelsucher?, erreicht man die Straße von Apt nach Auribeau. Der Jagdhüter erzählte mir, daß zur Zeit überall Trüffeldiebe unterwegs seien, kein Wunder, wenn das Kilo bis zu 1000 Euro kostet! Nach wenigen Schritten auf der Straße nach links verläßt der gelb markierte Wanderweg dieselbe und führt schön über eine kleine Höhe, und zuletzt noch einige hundert Meter weiter auf der Landstraße bis zum Parkplatz.

SaignonVerbindung beider Touren
Am besten geht man vom Parkplatz in Richtung Auribeau und die Piste hinauf nach St. Pierre. Nach der Besichtigung findet man genau gegenüber des „Burgwegs“ den Weg nach Westen, hier auf einem Stein blau markiert: erst abwärts, dann dem Hang entlang bis zum Sattel. Hier geht man kurz scharf nach links (gelb markiert) und gleich darauf rechts weiter (blau markiert) bis zur GR 92 und abwärts nach „Regain“ und von dort zurück zum Parkplatz. Das dauert gut drei Stunden. Geht man die Tour in der Gegenrichtung heißt es beim Verlassen der GR 92 gut aufgepaßt: Es ist der erste richtige Weg nach links oberhalb des Waldes von „Fenouillet“, und am Fuß eines Buschs kann man die blaue Markierung erkennen.

Kommentieren December 20th, 2005

Les Calanques (Teil 1: Callelongue – Calanque du Podesta)

« Les Calanques » zwischen Marseille und Cassis, das ist eine ursprüngliche, majestätische Felslandschaft über gut 20 km im Kalkgebirge der Küste, das sich vom kristallklaren Wasser bis auf über 500 m Höhe ( Mont Pujet 564 m) auftürmt, zum Teil mit einer viele hundert Meter hohen Steilküste. „Calanques“ sind kleinere oder größere Buchten dieser Küste, durchaus den Fjorden des Nordens vergleichbar, doch lange nicht so tief ins Land geschnitten wie jene (und auch nicht durch Gletscher entstanden, sondern vom Meer überschwemmte Flußtäler aus dem Quartär). Nur wenige km Luftlinie trennen hier die Millionenstadt Marseille von der „nature pur“, die nur über schmale Pfade, Klettersteige oder vom Meer her erreichbar ist. Vorsicht: die meisten Wanderwege sind steinig und uneben und viele abseitige Pfade nur für geübte Bergwanderer und Kletterer begehbar! Von Anfang Juli bis Ende September sind wegen der Feuergefahr nur die direkten Fußwege zu den Buchten frei. Im Sommer ist die Küste natürlich überlaufen, im Winter aber wenig besucht und ungemein reizvoll, vor allem, wenn der Mistral über den Bergkamm pfeift, und auf der geschützten Südseite in den Calanques die Sonne wärmt. Es gibt zahllose ausführliche Beschreibungen und genaue Karten für den Wanderer, den Kletterer, den Segler, den Taucher; dort erhält man alle nötigen Informationen.

Continue Reading Kommentieren December 1st, 2005

Previous Posts


Kalender

September 2010
M T W T F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Einträge nach Monat

Einträge nach Kategorie