Paul Signac, le bonheur en Provence
July 14th, 2006
Das kleine und feine Musée Angladon in Avignon zeigt bis zum 15. Oktober 2006 Zeichnungen, viele Aquarelle und einige Ölgemälde von Paul Signac, der sein Glück in der Provence gefunden hatte (die er als geschickter Segler einmal auch mit dem Boot von England aus erreichte und wo er u. a. St. Tropez und die Côte d’Azur für sich entdeckte).
Geboren 1863 in Paris, wechselte er unter dem Einfluß der Impressionisten von der Architektur zur Malerei. Anekdotenhaft wird von seiner Begegnung mit Georges Seurat erzählt, wo die beiden jungen Künstler in einer Gruppenausstellung recht erstaunt zum ersten Male Bilder des anderen sahen, ähnlich in ihrer pointillistischen Technik. Seurat, 32-jährig verstorben, und Signac wurden zu Begründern des Neo-Impressionismus, doch beeinflußte Seurat durch seine strenge Komposition, oft mit Figuren im Raum, stärker die moderne Malerei als Signac, der sein Leben lang die Landschaft in den Mittelpunkt seines Schaffens rückte. Davon zeigt die Ausstellung in Avignon viele schöne Beispiele aus allen Schaffenszeiten: Stadtansichten und Brücken der Rhône (Viviers, Bourg-Saint-Andéol, Avignon), Häfen der französischen Mittelmeerküste (Marseille, Toulon, St. Tropez, Nizza), Landschaften des Midi, Bilder der Küste und des Meeres.
Die Aquarelle, leicht hingeworfen, erhalten Struktur durch klare Begrenzungen und bezaubern durch Licht und Atmosphäre. Das steigert sich in den Ölbildern von dem feinsten Morgenlicht (Avignon mit dem Papstpalast) bis zur wahren Farbenglut (Küste, Segelboot, Mandelblüte). 1892 ließ sich Signac endgültig in der Provence nieder, er starb 1935 in Paris. Von den verschiedenen Strömungen der zeitgenössischen modernen Malerei ließ sich Signac nicht beeinflussen, er blieb als Maler des Lichts und bedeutender Theoretiker seinen Ideen treu. Und so erklärt sich der oft überwältigende Farbenrausch aus dem Bemühen, die Farben des Spektrums möglichst rein und unvermischt nebeneinander zu setzen, um sie dann „erst im Auge zu mischen“.
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