Purpur in der Provence

December 30th, 2006

Purpurglut am Himmel, des Morgens, am Abend. Manche Rosenblüte, Granatäpfel, gewisse Malven, Flecken auf Schmetterlingsflügeln. Zuerst die Phönizier, danach griechische Tuchfärber in Massalia, Senatoren und Gesandte im römischen Vaison und Orange. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, wozu auch lange die Provence gehört hatte. Päpste und andere geistliche Würdenträger in Avignon, ihrem goldenen Gefängnis. Und heute?

Wer die steilen Gassen in Lacoste am Luberon hochsteigt, erreicht zuletzt die Mauerreste des alten Schlosses, in dem einmal der berüchtigte Marquis de Sade zu Hause war (und wo heute in einem restaurierten Turm von Zeit zu Zeit der Modeschöpfer Cardin residiert, der im Sommer im alten Steinbruch sein Festival veranstaltet). Nicht weit davon lebt seit vielen Jahren die deutsche Malerin Inge Boesken-Kanold – und bei ihr findet man den kostbaren Purpursaft! Sie beschäftigt sich schon seit langem mit Naturfarben und vertiefte speziell ihre Kenntnisse über die Purpurschnecke und die Gewinnung ihres Saftes, mit dem sie auch in vielfältiger Weise malerisch experimentiert. Darüber ist in der großartigen Zeitschrift „mare“ im Heft Nr. 59 (Ende 2006) unter der Überschrift „Die Farbe der verlorenen Zeit“ ein umfänglicher Artikel von Maik Brandenburg erschienen.

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